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Befreit von einem Leben als Hexe! 2007-01-31
Heli Nothdurf
Zielscheibe der ganzen Klasse
Schon in jungen Jahren kam ich mit dem Okkultismus in Berührung. Dadurch sollte mein Leben fast zerstört werden.
Ich war acht Jahre alt, als wir von Finnland nach Schweden umzogen. In ein fremdes Land zu kommen, dessen Sprache man nicht beherrscht und in eine Schule zu gehen, in der man kein Wort versteht, das wäre für jeden eine schwere Umstellung gewesen. Für mich war es die reine Katastrophe! Ich verstehe die ausländischen Kinder und Flüchtlinge sehr gut, die es auf viele Weise schwer haben, weil sie sich in der neuen Sprache nicht so ausdrücken können, wie sie es gerne würden. Statt dessen versucht man es mit Körpersprache, was manchmal dumme Folgen wie Schlägereien haben kann.
Weil ich kein Wort von dem verstand, was meine Lehrer oder Klassenkameraden sagten, war ich unsicher, schüchtern und zurückhaltend. Nach nur ein paar Tagen in der neuen Schule fingen bereits alle an, auf mir herumzuhacken. Das ganze entwickelte sich zu richtigem Mobbing. Die Mädchen ignorierten mich einfach und die Jungen schubsten und schlugen mich, wo es nur ging. Warum waren alle so gemein zu mir? War es nur wegen der Sprache oder war irgend etwas anderes nicht O.K. an mir? Ich war innerlich voller Fragen.
Jeden Morgen Bauchweh
Die Erwachsenen reagierten nicht auf diese Schikanen, was natürlich daran liegen konnte, dass niemand wirklich verstand, wie schlecht es mir ging. Damals gab es kaum das Wort „Mobbing“, im Unterschied zu heute, wo dieses Thema überall heiß diskutiert wird. Schließlich kam es so weit, dass ich jeden Morgen Bauchweh hatte, wenn es Zeit für die Schule war. Ein unheimliches Angstgefühl machte sich in mir breit. Das einzige, worauf ich mich freute, war der Abend, wenn ich endlich unter meine Bettdecke kriechen konnte. Dort - in Sicherheit – konnte mir niemand etwas tun.
Nach jahrelangen täglichen Schikanen hatte sich in mir so viel Hass auf meine Klassenkameraden angestaut, dass ich einfach ausrastete: Ich begann zurückzuschlagen! Schließlich war ich trotz allem die Größte, und darin sah ich nun meinen großen Vorteil. Ich war körperlich einfach stärker, als alle Plagegeister in meiner Klasse. Meine beiden jüngeren Brüder halfen mir, es allen heimzuzahlen, die mich einmal geschlagen hatten. Die Schikanen hörten auf, aber ich hatte nie wirkliche Freunde in meiner Klasse. Statt dessen begann ich, mit Leuten herumzuhängen, die älter als ich waren.
Gläserrücken
Meine Mutter war Christ, was praktisch bedeutete, dass ich mit Kindergottesdienst und Kirchenbesuchen aufgewachsen bin. Aber als ich Teenager wurde, entschied ich, dass ich nichts mehr mit dem Gott meiner Mutter zu tun haben wollte. Ich hielt das Leben als Christ für furchtbar langweilig und voll von Verboten. Alles, was Spaß machte, war verboten und man sollte es so langweilig wie möglich hier auf der Welt haben.
Ich war innerlich verletzt, mein Selbstbewusstsein war zerbrochen und ich fühlte eine große Leere in mir. Einige ältere Freunde hatten mit Gläserrücken angefangen. Das hörte sich spannend an! Ich wollte auch dabei sein und die Sache mal ausprobieren. Um wirklich sicher zu sein, dass niemand von den anderen das alles irgendwie steuerte, stellte ich gezielte Fragen, auf die nur ich die Antwort wissen konnte. Zu meinem großen Erstaunen funktionierte es: Das Glas, das wir benutzten, bewegte sich wie von selbst von einem Buchstaben zum anderen und gab mir die Antworten, die ich haben wollte. „Cool!“, dachte ich. Vielleicht hatte ich hier etwas gefunden, was dem Leben Spannung und Sinn geben konnte.
Satanismus
Seitdem beschäftigte ich mich immer mehr mit okkulten Dingen. Ich verschlang alle okkulte Literatur, die ich auftreiben konnte (zu dieser Zeit war das aber nicht gerade viel.) Heute haben ja die meisten Buchhändler jede Menge okkulte Bücher. Doch weil ich innerlich sperrangelweit offen für alles übernatürliche war, wurde ich wie ein Magnet zu Menschen hingezogen, die sich mit solchen Dingen beschäftigten.
Durch Zufall traf ich ein paar ältere Jugendliche, die Satanisten waren. Ihre Ideologie sprach mich sofort an: „Mach, was du willst, das Wichtige ist einfach, dass es dir selbst dabei gut geht. Es macht überhaupt nichts, wenn du andere überfährst, hauptsache, du kommst zu deinen Zielen. Die Starken sollen über die Schwachen siegen, die sowieso ausgerottet werden müssen.“
Eine Ideologie von totalem Egoismus, in der ich mich endlich stark fühlen und auf andere herabsehen konnte. Nach einer Weile wurde immer deutlicher, dass diese Jugendlichen nicht nur eine Ideologie von totaler Selbstbezogenheit hatten, sondern alles auch auf verschiedenste Weise in die Tat umsetzten. Ich wurde mit hineingezogen in diese - wie ich damals fand - spannenden Aktivitäten.
Zur Hexe geweiht
Viele Jahre lang bin ich geärgert und drangsaliert worden, aber nun war die Möglichkeit gekommen, mich an allen Beteiligten zu rächen. Ich legte Flüche auf sie und Wodoo war dabei eine sehr effektive Rachemethode. Ich sah ganz konkret, wie diese unsichtbaren Flüche sich an den Menschen erfüllten, auf die Wodoo angewendet worden war. Einerseits war ich von dieser übernatürlichen Geisterwelt fasziniert, andererseits beschlich mich ein unheimliches Gefühl.
Ich war völlig davon überzeugt, dass die schwarze Magie, mit der wir hantierten, eine Realität war. Aber was für Kräfte standen hinter dieser geistlichen Welt? Jedenfalls nicht der Gott meiner Mutter, dessen war ich mir sicher. Schließlich waren doch einige Wahrheiten aus dem Kindergottesdienst bei mir hängengeblieben! Ich hatte von einem Gott gehört, der gut ist und vom Teufel, der böse ist. Sie waren Gegenpole. Wahrscheinlich war das hier der Teufel, der böse war, wenn man den Christen Glauben schenken wollte. Er steckte wohl hinter der Magie, mit der wir uns befassten.
An dem Tag, an dem ich zur Hexe geweiht wurde, sagte ich mich von allem los, was mit dem Christentum zusammenhing. Ich glaubte völlig daran, dass mein Leben ein Erfolg werden würde. Alles, was ich mir vornähme, würde mir gelingen. Und die geistliche Welt würde mich beschützen, wenn ich das tat, was meinem Herrn, Satan, gefiel. Aber mit wie vielen geistlichen Aktivitäten ich mein Leben auch anfüllte und wie viele übernatürliche Erlebnisse ich auch machte (z.B. Astralreisen, außerkörperliche Erlebnisse), es gab dennoch eine nagende Unruhe in mir. Die Leere in meinem Inneren wurde jeden Tag größer.
Beruhigungsmittel und Morphin
Schließlich begann ich, Beruhigungsmittel und Morphin zu nehmen, um die Angst loszuwerden, die wie eine Lawine in mir anwuchs. Weil Drogen nur eine Weile Abhilfe schaffen konnten, war das keine gute Lösung.
Als ich gerade 20 Jahre alt war, bekam ich ein Kind mit dem Mann, den ich vor einigen Jahren geheiratet hatte. Er hatte keine Ahnung von Satanismus, aber hatte stattdessen Alkohol- und Drogenprobleme. Die Ehe ging nach ein paar Jahren zu Bruch, und ich bekam das Sorgerecht für unseren Sohn Mikael. Nun hatte ich eine neue Aufgabe, nämlich Mikael von Anfang an zu einem guten Satanisten zu erziehen. Genauso wie Christen es normal finden, ihre Kinder in ihrer Religion zu erziehen, wollte ich meinen Sohn in das einführen, was ich glaubte. Aber das Leben entwickelte sich nicht planmäßig. Mikael hatte von der ersten Klasse an Probleme in der Schule. Er war aggressiv den Lehrern und allen anderen gegenüber, die auf irgendeine Art über ihn bestimmen wollten. Sowohl mir als auch meinem Sohn ging es immer schlechter.
Immer deprimierter
Ich wollte mit dem Satanismus brechen, denn ich wurde durch ihn immer deprimierter. Das Leben schien eine einzige schwarze Nacht zu sein, aus der ich nicht entkommen konnte. Gab es jemand oder etwas, was mir helfen konnte? Meine Gedanken gingen zu dem Gott zurück, von dem ich als Kind gehört hatte. Ob er mir helfen konnte? Würde er wohl hören, wenn ich zu ihm betete? Ich war mir nicht sicher, ob ich es wagen konnte, denn ich glaubte, dass die dunklen Mächte stärker waren als der Gott der Christen.
Schließlich nahm ich all meinen Mut zusammen und machte einen Versuch. „Wenn du mich hörst und mir helfen kannst, dann zeig mir das irgendwie“, betete ich. Sofort war da ein starker Gedanke: „Geh’ zur Pfingstkirche, jetzt, sofort!“. „Ach was, nie im Leben!“ dachte ich. Wenn Gott mit mir reden wollte, musste er schon einen Engel schicken. Aber vielleicht hat ja Gott mir den Gedanken gegeben. Dann darf ich das ja nicht verpassen, überlegte ich - und war schon unterwegs. Der Gottesdienst hatte schon angefangen, als ich ankam. Der Pastor stand vorne am Rednerpult, um mit der Predigt zu beginnen. Ich setzte mich ganz hinten hin. Da geschah etwas. Der Pastor sagte, dass er gerade eine Botschaft von Gott für jemanden in der Versammlung bekommen hatte. Was er dann sagte, passte genau in meine Situation, mit allen kleinen Details. Ich begriff, dass Gott mich gehört und auf mein Gebet geantwortet hatte. Er kümmerte sich um mich!
Der Jesus der Bibel
Nach diesem Erlebnis ordneten sich plötzlich die Dinge in meinem Leben, genau wie in einem Puzzle. Ich bekam Kontakt mit Christen, die mir und Mikael halfen, an einen Ort zu kommen, wo uns mit unseren Problemen geholfen werden konnte. Wir durften bei einer christlichen Familie wohnen, die uns half, den Weg zu Gott zu finden. Ich entschied mich, den Jesus der Bibel als Gottes Sohn und meinen persönlichen Retter anzunehmen. Da spürte ich, wie alles Dunkel verschwand und Licht mein Inneres erfüllte. Das Leben bekam Sinn und Inhalt. Die Leere, die ich immer in mir gefühlt hatte, wurde mit Gottes Liebe gefüllt.
Zum zweiten Mal mit dem gleichen Mann verheiratet
Heute bin ich wieder mit Mikaels Vater verheiratet. Auch sein Leben ist von Gott verwandelt worden. Nun erzähle ich von meinem Leben und warne vor Okkultismus aller Art. Ich erzähle in unterschiedlichsten Veranstaltugen und vor verschiedensten Altersgruppen. Etwas ist jedenfalls sicher: Jesus kann auch die hoffnungsloseste Situation verändern!
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